Komitee ehrt Tunnelbauer

Das Komitee «Westast so nicht!» hat den renommierten Tunnelbauer Martin  Gysel zum Ehrenmitglied ernannt. Er half, im Auftrag des Komitees, die unterirdische Autobahn-variante «Westast so besser» zu entwickeln, die aufzeigte, wie man die N5 durch Biel stadtverträglich und kostengünstig bauen kann. Damit hat Gysel massgeblich dazu beigetragen, dass das offizielle  2,2-Milliarden-Projekt vor fünf Jahren gestoppt wurde. Der Aargauer wurde am Montag, 2. März an einem Jubiläumsfest von zehn westast-kritischen Organisationen gefeiert.

«Tunnelbauer der Nation», «Held des Tages» und «Game Changer»: Das waren nur drei Umschreibungen für Martin Gysel, der diese Woche zum Ehrenmitglied ernannt und von rund hundert Personen gefeiert wurde. Der inzwischen 82-jährige Tunnelspezialist berichtete unter Applaus, wie er sich bei einer Zufallsbegegnung im Speisewagen überzeugen liess, ehrenamtlich eine professionelle Tunnellösung für die N5 in Biel auszuarbeiten. «Ich hatte keine Ahnung, dass die Behörden ein derart absurd grosses Projekt mitten in der Stadt geplant hatten», sagte Gysel: «Ich musste handeln, ich hatte keine Wahl.»

Er erzählte weiter, wie Vertreter von Kanton und Bund mit öffentlichen Falschaussagen und «Fake news» sein Projekt diskreditieren wollten: «Das hat mich angestachelt: Ich habe alles in einem Bericht widerlegt.» Schliesslich mussten Verkehrsdirektor Christoph Neuhaus und die Fachleute des Bundesamts für Strassen zugeben, dass Gysels Pläne realisierbar seien.

Der Experte hatte seit den 60er Jahren zahlreiche Tunnelbauten konzipiert und verantwortet, darunter die Autobahntunnels am Sonnenberg und am Bözberg sowie für die SBB den Zimmerbergtunnel und die Durchmesserlinie in Zürich.

Impressionen vom Jubiläumsfest

© Bilder: Joël Schweizer – joelschweizer.ch

 Schlüsselpersonen schwelgten in Erinnerungen

Ehrung und Fest fanden am 2. März im Maschinenmuseum Müller statt, welches zusammen mit 73 weiteren Gebäuden und 745 Bäumen der Autobahn geopfert worden wären. Am friedlichen Fest anwesend waren mit Daniel Sigrist, Ivo Thalmann und Thomas Zahnd drei der vier Gründer des Komitees «Westast so nicht!» sowie das komplette fünfköpfige Verhandlungsteam der Westast-Opposition mit Catherine Duttweiler, André König, Mélanie Meier, Urs Scheuss und Ivo Thalmann. Sarah Fuhrimann, Susanne Gafner und Sabine Kronenberg berichteten, wie sie mit ihrem Verein «Biel wird laut» Tausende für Demonstrationen mobilisierten.

Mit Denis Rossel und Alfred Steinmann kamen auch zwei Pioniere zu Wort, die bereits 2006 erste Widerstandsaktionen organisiert hatten. Alle Beteiligten betonten, dass der Erfolg der Bürgerbewegung nur möglich war, weil Hunderte von Menschen aus unterschiedlichen Gruppierungen und Verbänden ihre Freizeit opferten und originelle Aktionen organisierten: Sie organisierten Stadtwanderungen, servierten eine Tavolata in einem bedrohten Quartier und dekorierten eine gefährdete Baumallee mit Trauerflor.

Wahlempfehlungen gegen die Auferstehung des Westastmonsters

Thema am Fest waren auch die jüngsten Vorstösse der Grossratsmitglieder Korab Rashiti (SVP) und Anne-Caroline Graber (FDP), die den Westast doch noch bauen möchten – sowie jener von Pauline Pauli (FDP), welche 300 Millionen Franken für eine Bieler Autobahn reservieren will. Umso wichtiger, dass bei den kantonalen Wahlen vom 29. März fortschrittliche Kräfte gewählt werden.

Das Komitee «Westast so nicht!» empfiehlt 13 Personen zur Wahl (Details unter https://westastsonicht.ch/grossratswahlen-vom-29-3-2026). Darunter figurieren  Vorstandsmitglied Sébastien Boillat (PSR), der den Widerstand gegen den Schwerverkehrtransit im Geyisried anführt. Gegen Autobahnausbaupläne besonders engagiert haben sich in der letzten Legislatur die beiden Bisherigen Susanne Clauss (SP) sowie Urs Scheuss (Grüne). Weiter empfehlen wir die beiden ehemaligen Vorstandsmitglied Christophe Grupp und Titus Sprenger (Grüne) sowie Levin Koller (Co-Fraktionspräsident SP/JUSO).

Medienmitteilung im PDF-Format